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Symposium und Jubiläumsveranstaltung zum 20jährigen Bestehen von CineGraph Babelsberg

 


3. Dezember 2011
Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin

 

 

Filmerbe (wieder-)entdeckt: Filmhistorisches Symposium
 

10.00 Uhr – 17:00 Uhr
Auditorium im Pei-Bau



Mit Werkstattberichten von Michael Wedel, Günter Agde, Kai Nowak, Kerstin Stutterheim, Wolfgang Fuhrmann und Ralf Forster über die Sammlung Misu, Filmrecherchen in Moskauer Archiven, Filmskandale, Dokumentarfilm-Dramaturgie, ethnographischen Film und Amateurfilme.

 

 

Jubiläumsprogramm im Zeughauskino

 

mit Vorträgen von Klaus Kreimeier und Ursula von Keitz, Filmgrüßen unserer Freunde und Partner und anschließendem Empfang
ab 18.30 Uhr

 

 

PROGRAMM

 

10:15 Uhr - Begrüßung und Einleitung zum Symposium

10:30 Uhr

Michael Wedel: Erkundungen zu einem Phantom des frühen deutschen Kinos. Die Sammlung Misu

Vor der spektakulären Wiederentdeckung seines einzigen überlieferten Films Titanic - In Nacht und Eis (1912) war Mime Misu lediglich einem kleinen Kreis von Historikern des frühen deutschen Films bekannt. Und selbst sie mögen sich bei der Durchsicht von Fachzeitschriften des Jahrgangs 1912 gewundert haben, wer sich hinter dem rätselhaften Namen verbirgt. Bis heute ist nur wenig über den Regisseur bekannt, dessen schmaler Nachlass-Bestand der Öffentlichkeit hier erstmals vorgestellt wird.

11:15 Uhr

Günter Agde: Aktuelle Erfahrungen bei Filmrecherchen in Moskauer Archiven

Ein Arbeitsbericht über Besuche im Gosfilmofond (Staatl. Filmarchiv Rußlands), im Musej Kino (Kino-Museum), im RGALI (Russ. Staatl. Archiv für Literatur), im RGASPI (Russ. Staatl. Archiv für sozialhistorische Forschungen), im RGAFKD (Russ. Staatl. Archiv für Foto- und Kinodokumente Krasnogorsk) und im  sog. Sonderarchiv im Militärarchiv.

12:00 Uhr - Mittagspause

13:00 Uhr

Kai Nowak: Projektionen der Moral. Filmskandale in der klassischen Moderne

Skandale legen gesellschaftliche Werte, Normen und Moralvorstellungen offen und geben sie zur öffentlichen Aushandlung frei. Dies geschieht auch im Kino, vor allem im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. In dieser Zeit fällt, die klassische Moderne mit ihrer Herausforderung an traditionelle Weltdeutungen mit der Etablierung des Films zusammen, einem neuen, umstrittenen Medium, dem die Zeitgenossen eine nahezu unbegrenzte Wirkungskraft attestieren. Das Dissertationsprojekt, das im Rahmen eines Werkstattberichts vorgestellt wird, fragt zum einen nach den umkämpften Diskursfeldern und den Themen, Inhalten und formalen Gestaltungsmitteln, die öffentliche moralische Empörung über Filme nach sich zogen, und zum anderen nach den spezifischen Funktionen, Funktionsweisen und Verlaufsformen von Filmskandalen.

13:45 Uhr

Kerstin Stutterheim: Besonderheiten der Dokumentarfilm-Dramaturgie

Dokumentarfilme widmen sich oft den Schrecken dieser Welt, und man erwartet von ihnen Authentizität. Dabei kann auch im Dokumentarfilm mit den Mitteln der Filmsprache und einer entsprechenden Dramaturgie fesselnd und unterhaltend erzählt werden, um die Affekte und nicht nur den Verstand anzuregen. Am Beispiel des Films Gletscher und ihre Ströme (1962) von Alfred Ehrhardt werden einige Grundüberlegungen zu den Besonderheiten der Dramaturgie im Dokumentarfilm diskutiert.

14:30 Uhr - Kaffeepause

15:00 Uhr

Wolfgang Fuhrmann: Ethnographie re-visited

Im Herbst des Jahrs 1961 entdeckte der Schweizer René Fuerst, Konservator am Musée d’ethnographie de Genève, während eines Studienaufenthaltes im Museum für Völkerkunde in München Filmdosen mit frühen ethnographischen Aufnahmen. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um Filmaufnahmen des Völkerkundlers Theodor Koch-Grünberg (1872-1924) handelte, die er 1911 auf seiner Reise in das Amazonasgebiet in Brasilien/Guyana gedreht hatte. Heute zählen die Aufnahmen Koch-Grünbergs zu den wenigen überlieferten frühen ethnographischen Aufnahmen deutscher Völkerkundler. Doch anscheinend waren Fuersts Entdeckungen umfassender als das, was heute verfügbar ist. Was war noch auf den Filmen zu sehen bzw. was wollte man nicht zeigen? Der Vortrag lädt zur Spurensuche und Spekulation ein, was Koch-Grünberg wirklich gedreht hat.

15:45 Uhr

Ralf Forster: Regionale Bilder entdecken. Amateurfilm im Land Brandenburg (1945-1990)

Seit 2010 erforscht das Filmmuseum Potsdam den Amateurfilm im Land Brandenburg mit dem Schwerpunkt DDR. Ziel ist der Aufbau eines Netzwerkes und die Sammlung von Wissen zum Thema. Diese Sammlung wird aus Filmen, Materialien zu Filmen und Informationen zu ihren Schöpfern bestehen. Die Präsentation skizziert die Arbeitsschritte, benennt Probleme und macht mit ersten Ergebnissen bekannt. Zum Schluss wird ein Überblick über die derzeitige Ausstellung "Der Amateurfilm in Brandenburg - Arbeit an der Wirklichkeit" gegeben.

16:30 Uhr - Schlussworte und Ende des Symposiums


18:30 Uhr  

Jubiläumsprogramm im Zeughauskino

Begrüßung durch Jörg Frieß (Zeughauskino) und den Vorstand von CineGraph Babelsberg e.V.

Grußwort von Karl Griep (Bundesarchiv-Filmarchiv)

Vortrag von Klaus Kreimeier: »Wider die Selbstgenügsamkeit. Filmwissenschaft und kulturelle Öffentlichkeit in Deutschland«

Vortrag von Ursula von Keitz (Universität Bonn): »Der Montage-Film HÄNDE«

Filmgrüße von Elisabeth Heiber (Bundesarchiv-Filmarchiv); Anja Ellenberger (Deutsches Institut Animationsfilm, Dresden); Günter Agde (CineGraph Babelsberg e.V.); Helmut Morsbach (DEFA-Stiftung); Hans-Michael Bock (CineGraph, Hamburg e.V. und CineGraph Babelsberg e.V.); Bärbel Dalichow (Filmmuseum Potsdam)

Am Flügel Stephan von Bothmer




Eine Veranstaltung von CineGraph Babelsberg e.V., Berlin-Brandenburgisches Centrum für Filmforschung, in Zusammenarbeit mit dem Zeughauskino und dem Deutschen Historischen Museum, dem Bundesarchiv-Filmarchiv und der Deutschen Kinemathek.