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FilmDokument: Das aktuelle Programm

FilmDokument 220

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Optische Sinnbilder sind wie ein Streicheln für mich. Dokumentarfilme von Ernst Cantzler

 

Der von 1971 bis 1990 im DEFA-Studio für Dokumentarfilme tätige Ernst Cantzler ist vor allem durch seine beeindruckende Reportage über Fußballfans des 1. FC Union Berlin UND FREITAGS IN DIE „GRÜNE HÖLLE“ einem größeren Publikum bekannt geworden. Doch das Oeuvre des Regisseurs umfasst mehr als 150 Filme, die er zunächst für das Kinderprogramm des DDR-Fernsehens und ab 1978 auch für Erwachsene schuf. Die meisten blicken ehrlich und ungewöhnlich auf ostdeutsche Realitäten. Cantzler rückt Kinder, berufstätige Frauen, junge Familien und Rentner ins Zentrum, ihn interessiert das konkret Menschliche dieser Protagonisten. Durch die Zusammenarbeit mit den Kameraleuten Christian Lehmann, Michael Lösche und Thomas Plenert haben seine Filme eine besondere visuelle Qualität. Es entsteht eine Poesie des Alltags, die nie abgehoben wirkt. Das Doppelprogramm gibt erstmals einen Überblick zu den Filmen von Ernst Cantzler. Der Regisseur ist zu den Vorführungen anwesend.

 

Einführungen: Ralf Forster

 

Am Sonntag, den 15. Dezember 2019, 16:00 + 18:00 Uhr im Zeughauskino

 

 

16:00 Uhr: Kleine Helden immerzu – Merk- und Denkwürdiges zwischen Hiddensee und Vogtland

 

In seinen Filmen für Kinder schweift Ernst Cantzler durch die DDR, nicht selten begleitet ihn Reinhard Lakomy akustisch. Abseits verordneter Erziehung zur „sozialistischen Heimat“ sollen Berufs- und Städteporträts sowie Folgen der Reihe „Der besondere Tag“ zu Kreativität und freierem Denken ermutigen. Auch das nahe Ausland wird erkundet, so im Porträt FERNFAHRER HOFFMANN UND SEINE TOCHTER. Kleine Helden des Alltags findet Cantzler auch im Erwachsenenfilm: Mit BRIEFE VON DER FAHNE entsteht eine dezent vorgetragene Kritik am Reservistendienst in der Nationalen Volksarmee.

 

 

18:00 Uhr: Auch das ist Berlin: Menschen und Milieus fern der Hauptstraßen

 

Ernst Cantzler ist Berliner, er kennt jeden Winkel der Stadt. Immer wieder spürt er hier seine Drehorte auf. Im „alten Berlin“ fühlt er sich am wohlsten, bei einem Spiegelbeleger in Friedrichshain genauso wie bei einem Weißenseer Schornsteinfeger. Ist sein Berlin-Bild in den 1970er Jahren noch hell und optimistisch (DIE ÜBERRASCHUNG), so hat es in SYLVIA eine realistische Schärfe angenommen, die bei IN ZILLES SCHEUNENVIERTEL ERLEBT bis an die Grenze des in der DDR Zeigbaren stößt.