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FilmDokument 39

10 Jahre CineGraph Babelsberg. 16mm- und Super8-Kurzfassungen deutscher Filmklassiker
26. Oktober 2001, Arsenal 2
Seit den Anfängen der Kinematographie konnten Film-Amateure immer auch Filme für den Heimbedarf kaufen: zerschnittene Kinofilme, abgespielte Wochenschauen, aber auch Kurzfassungen gängiger Filme – ein noch unerforschtes Kapitel Filmgeschichte. Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens präsentiert CineGraph Babelsberg, Berlin-Brandenburgisches Centrum für Filmforschung e.V., ein Programm mit Kurzfassungen großer Filme auf 16mm und Super8.
Unter dem Motto „Degeto-Filme bringen die Welt in Ihr Heim“ bot ab Dezember 1938 der "Degeto-Schmalfilmschrank" eine bunte Palette kurzer Kauffilme in den Formaten 8mm, 9,5mm und 16mm an. Zwei "Outtakes" aus Curt Oertels Dokumentarfilm MICHELANGELO von 1938 sowie die filmhistorische Kompilation ALS DER KINTOPP ANFING stellen diese Produktion vor. Nach 1945 konnte die Freunde des Heimkinos verstärkt Kurzfassungen von Filmklassikern kaufen. Während in der Bundesrepublik die atlas Film aus Duisburg das kleine Marktsegment der Cineasten mit Filmklassikern auf Super8 bediente, griff der DEFA-Heimfilm in den 70er und 80er Jahren für seine Kurzfassungen auf Filme aus dem Staatlichen Filmarchiv der DDR zurück. DIE ERSTEN FILME DER WELT zeigen Beispiele von Skladanowsky und Méliès, der Detektivfilm WO IST COLETTI (1913) von Max Mack wurde auf 13 Minuten komprimiert, DAS CABINET DES DR. CALIGARI (1920) auf 26 Minuten. DR. MABUSE, Fritz Langs Klassiker von 1921/22, kam in 5 Teilen zu 13 Minuten heraus; wir zeigen den fünften Teil, DAS ENDE DES DR. MABUSE. Die Reduktion dieser Filme auf ihre Höhepunkte führt sie zurück an die Geburtsstätte des Kinos, auf Jahrmärkte und Varietés, wo nicht Kunst, sondern Attraktionen und Schauwerte gefragt waren. Die Schnittfassung von Walter Ruttmanns BERLIN. DIE SINFONIE DER GROßSTADT (1927) auf DEFA-Heimfilm schließlich dokumentiert auch die Wertung dieses Films durch die DDR-Filmgeschichtsschreibung als "soziale Anklage gegen die kapitalistischen Verhältnisse".
Die Vorführung der Super8-Filme erfolgt aus dem Saal!

Einführung: Jeanpaul Goergen, Ralf Forster

MICHELANGELOS WERKE: I. DIE GRÄBER DER MEDICI (Degeto Schmalfilm-Schrank III/5, 1940/41)
MICHELANGELOS WERKE: II. DER PETERSDOM (Degeto Schmalfilm-Schrank IV/9, 1940/41)
WO IST COLETTI? EINE KRIMINALKOMÖDIE AUS DEM JAHRE 1912 [recte: 1913] (DEFA-Heimfilm 222, ca. 1972)
DAS CABINET DES DR. CALIGARI: MORD IN HYPNOSE (DEFA-Heimfilm 246, ca. 1981)
DAS CABINET DES DR. CALIGARI: DAS ENDE DES MEDIUMS (DEFA-Heimfilm 248, ca. 1981)
DAS ENDE DES DR. MABUSE (DEFA-Heimfilm 232, ca. 1972)
BERLIN, SYMPHONIE EINER GROßSTADT [sic!] (DEFA-Heimfilm 256, ca. 1985)
Kopien: Privat

ALS DER KINTOPP ANFING (Degeto Schmalfilm-Schrank I/19, 1938/39)
Kopie: Kinemathek Hamburg
Dokumentation dieser Veranstaltung:
Jeanpaul Goergen, Ralf Forster: Filmgeschichte im Wohnzimmer. 16mm- und Super8-Kurzfassungen deutscher Filmklassiker. In: Filmblatt, 7. Jahrgang, Nr. 19/20, Sommer/Herbst 2002, S. 4-16 (Jeanpaul Goergen: Eine neue Periode des Films? Ralf Forster: Klassiker aus Schöneweide – Mabuse & Co. als DEFA-Heimfilme)